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Segler











Ein Unternehmen feiert

100 Jahre Segler: Wir fühlen uns pudelwohl in Berge

Berge. Piano Pete ließ es perlen, „HansKannEs“ jonglierte atemberaubend, und Stefan Nussbaum setzte seine Worte wohl. Das Trio zeigte im schneeweißen Festzelt vor den Werkhallen Seglers in Berge seine jeweiligen Künste. Die Schweißgeräte und Kräne standen am Freitagmittag unterdessen still. Die Produktion von Prospirator, Promix und Special für die Firmen in aller Welt musste warten. Segler feierte. Aus gutem Grund: Genau 100 bewegte Jahre liegen hinter dem Unternehmen.

Der Gesellschafterin Birte Quint war die Nervosität ein klein wenig anzumerken, als sie auf die Bühne trat, um ein zweistündiges Programm zu eröffnen. Vielleicht ging ihr im Zeitraffer noch einmal durch den Kopf, wie das mit ihrem Großvater Friedrich Segler war, als er 1911 das Unternehmen in Schlawe in Pommern gründete. Als er nach dem Krieg den Betrieb 1947 in Quakenbrück und dann Berge mit seinem Sohn neu aufbaute. Als sie selbst als Erbin 1992 für das Unternehmen Verantwortung übernahm und in den Folgejahren den Betrieb strategisch neu ausrichten musste. Schwere Zeiten. Umso glücklicher mag Birte Quint am großen Jubiläumstag gewesen sein, dass das Unternehmen heute erstklassig dasteht, anerkannte Arbeit abliefert und tatsächlich „die Menschen bewegt“, so wie es das Motto von Segler vorgibt.

Und so war es für Birte Quint, für die Mitarbeiter, für die Geschäftsführung und natürlich für die Familie ein süßer Lohn, die lobenden Worte der Gastredner zu hören. Sie alle brachten auf ihre Weise zum Ausdruck, dass Segler ein geschätzter Partner ist. Berges Bürgermeister Volker Brandt betonte beispielsweise, dass seine Gemeinde sehr sparsam mit der Vergabe von Straßennamen an Personen umgehe. Bisher habe es in der Kommune nur die Christian-Höveler-Straße gegeben. Jetzt gebe es auch die Friedrich-Segler-Straße. Das sei ein Zeichen besonderer Wertschätzung.

Peter Voss, der Präsident der Handwerkskammer, wiederum bescheinigte Segler, die richtigen Antworten in Zeiten der Wirtschaftskrise gefunden zu haben. Der stellvertretende Landrat Dr. Hermann Meyer lobte den Betrieb als solides, zukunftsfähiges Unternehmen und verwies auf den Innovationspreis, den Segler erhalten habe. Der Betriebsratsvorsitzende Edgar Kleemann schließlich überbrachte die Glückwünsche der Belegschaft und hob die große Zahl der Bewerbungen hervor, die zeigten, dass das Unternehmen sehr attraktiv sei. Auch lobte er, dass sich die Geschäftsführung besonders für den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter einsetzte.

Ein wenig von diesen Gunstbezeugungen gab Geschäftsführer Heinrich Quint postwendend zurück. Das Unternehmen fühle sich in Berge „pudelwohl“, erklärte er unter anderem. Und er gab ein Versprechen ab. Für Segler stehe nicht der kurzfristige Profit im Vordergrund, sondern die kontinuierliche Weiterentwicklung des Familienunternehmens.

Dass Segler bereits weiterdenkt, demonstrierte Karsten Quint. Der Diplom-Ingenieur, der derzeit bei einem großen Konzern in der Forschung arbeitet und eines Tages in das Unternehmen einsteigen wird, hielt den Festvortrag über die Vorteile von Computersimulationen bei der Weiterentwicklung von Maschinen. Damit könnten die Ingenieure noch energieeffizientere und materialoptimiertere Produkte kreieren. Mag sein, dass sich mit dem Vortrag manchem Gast eine neue Welt auftat. Doch so ist eben Zukunft. In diesem Falle sogar sehr konkret.

Als dann Birte Quint – dieses Mal deutlich gelöster – die ersten druckfrischen Segler-Chroniken verteilt und den offiziellen Teil mit dem Ausruf „Es lebe 100 Jahre Segler“ beendet hatte, da ging es zum Buffet. Piano Pete ließ es währenddessen wieder perlen.

Quelle: http://www.noz.de