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Bei den Nachfahren des Archimedes Er saß nicht in seiner Hütte, einen Stab in der Hand und malte geometrische Figuren in den Sandboden. Und er begrüßte seine Gäste nicht mit brummender Stimme eines genervten alten Mannes: „Noli perturbare circulos meos!“ („Zerstöre meine Kreise nicht“) Im Gegenteil: Thomas Neteler – im Geiste ein Nachfahre des Archimedes, der mit fast 100 Mitarbeitern im Dienste der Berger Firma Segler Förderanlagen herstellt – freut sich über Gäste – zum Beispiel über Schüler des Gymnasiums Bersenbrück. Über den antiken Mathematiker, Ingenieur und Erfinder Archimedes wird berichtet, dass er eines Tages auf höchst spektakuläre Weise seinen Mitmenschen in der Stadt Syrakus von seiner Entdeckung Kunde gab: Splitterfasernackt soll er über den Marktplatz gelaufen sein und laut immer wieder das griechische Wort „Heureka!“ („Ich hab es gefunden!“) gerufen haben: Er hatte beim Einstieg in seine Badewanne entdeckt, dass die Stoffe ein unterschiedliches spezifisches Gewicht haben – und löste damit einen Kriminalfall. Im Rahmen des Q1-Seminarfaches „Antike Erfinder“ hatten sich die Schüler exemplarisch mit dem bekannten Griechen und der ihm zugeschriebenen Erfindung der „archimedischen Schraube“ (oder „Schnecke“) auseinandergesetzt. Dabei war die Frage aufgetreten, wo eventuell auch heute noch – außer auf Kinderspielplätzen – diese Erfindung genutzt wird. Bei der Recherche stießen die Schüler auf die Firma Segler in Berge, deren Produktpalette wesentlich auf dieser Erfindung des alten Griechen basiert. Gibt es auch heute noch Erlebnisse oder Erfindungen, die den Entdecker in einen solchen emotionalen Ausnahmezustand versetzen? „Ein Heureka-Erlebnis habe ich noch nicht gehabt“, erklärte Segler-Geschäftsführer Thomas Neteler. Es gehe heute gerade in der Entwicklung neuer Produkte und bei kundenorientierten Problemlösungen wesentlich sachlicher zu. Und, so Thomas Neteler, die Archimedische Schraube müsse ja genau so wenig wie das Rad ein zweites Mal erfunden werden. Im Folgenden vermittelte der Geschäftsführer den jungen Gästen ein intensives Bild des Berger Unternehmens: Fast 100 Jahre alt, hat es sich in der Chemie- und Lebensmittelindustrie und in der Energie- sowie Kraftwerkstechnik etabliert und liefert in diese Betriebe speziell gefertigte Produkte – fast jedes ein Unikat und keine Massenproduktion. Als eines der neuesten Segler-Produkte führte Thomas Neteler eine Mischerschnecke vor, die Honig aufs Müsli träufelt. Beim anschließenden Gang durch die Betriebsgebäude zeigte Thomas Neteler den Gästen den Weg eines Produktes von der Idee bis zur Montage, vom detaillierten Plan, erstellt am PC mit CAD, bis hin zum auslieferungsbereiten Produkt. Als der Rundgang fast beendet war, stand noch eine Frage im Raum: „Und wie erleben Sie die Wirtschaftskrise?“ Dazu Thomas Neteler: „Die Krise ist zu uns nicht durchgeschlagen. Wir sind mit unseren Angeboten breit aufgestellt und daher nicht so abhängig von einem Kunden wie andere Unternehmen. Dazu ermöglicht die flache Hierarchie in der Firma ein sehr flexibles Reagieren auf bestimmte Situationen.“ So erlebten die Schüler einen Betrieb, in dem Menschen täglich innovativ und mit handwerklichem Geschick an Projekten arbeiten, jedoch ohne gleich auf der Berger Hauptstraße mit einem lauten „Heureka“ die Bürger zu informieren. Die Bekanntmachung, dass Gutes geleistet wird, geschieht heute auf anderen Wegen – zum Beispiel über das „Bersenbrücker Kreisblatt“. Quelle: http://www.noz.de |
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