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Bei Segler zählen die Köpfe! Zusammenarbeit von Berufsschule und Agentur für Arbeit Von Jürgen Ackmann Berge. Wenn sich Schulen auch als „Dienstleister für Unternehmen“ verstehen oder sich die Agentur für Arbeit und Firmen gegenseitig unterstützen – dann hat sich etwas verändert. Wie diese Zusammenarbeit an den Nahtstellen zwischen gesellschaftlicher Notwendigkeit und ökonomischem Interesse funktioniert, lässt sich am Beispiel von Segler in Berge beobachten. Die Ausgangssituation: Der Hersteller von technisch anspruchsvollen Förderanlagen ist auf speziell geschulte Facharbeiter angewiesen. Das Problem: Im ländlichen Raum – fernab der großen Ballungsräume – ist es nicht so einfach, fertig ausgebildete Köpfe zu nden. Also muss Segler selbst die Facharbeiter und Ingenieure von morgen ausbilden und möglichst an das Unternehmen binden. Hier nun kommen die Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück ins Spiel. Seit dem Sommer ist ein Lehrer von dort – Matthias Kathmann – für einen Tag pro Woche hauptamtlich in Berge aktiv, um die Lehrlinge neben dem sonstigen Berufsschulunterricht auszubilden. ![]() Segler hat dem Pädagogen dafür einen eigenen Raum eingerichtet. „Das ist eine für beide Seiten sehr fruchtbare Sache“, sagt Geschäftsführer Thomas Neteler und erklärt auch gleich, warum. Zum einen lernten die Lehrer die Betriebe und ihre speziellen Bedürfnisse erheblich besser kennen. Das trage zum zielgerichteten Unterricht bei. Zum anderen würden die Auszubildenden von Anfang an optimal gefördert und mögliche Defizite schnell aufgearbeitet. Dies schlage sich in den Ergebnissen der Prüfungen nieder und natürlich in der Praxis. Dass es diese Form der Zusammenarbeit von Berufsschule und Betrieb gibt, liegt auch an „ProReKo“ – dem „Projekt Regionale Kompetenzzentren“. Seit etwa vier Jahren sind die Bersenbrücker Teil eines entsprechenden Modellversuches – mit Erfolg. Der Leiter der Berufsbildenden Schulen, Siegfried Leicht, und der zuständige Abteilungsleiter Frank Puls sprechen hier gern vor einer „echten Verzahnung“ vonschulischer und betrieblicher Ausbildung sowie von „Kundenorientierung“. Anders ausgedrückt: Ein Betrieb hat Wünsche, die Schule mit ihrem pädagogischen Fachwissen erfüllt sie. Umgekehrt kann das natürlich auch gelten. Das Ergebnis: Zufriedenheit auf beiden Seiten. Aber auch die Agentur für Arbeit in Osnabrück hat sich auf den Weg gemacht. Dieses Mal geht es um die „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ – abgekürzt „Wegebau“. Fünf Mitarbeiter gibt es derzeit bei Segler, die wieder die Schulbank drücken, um sich eine neue berufliche Perspektive zu erarbeiten. Auch hier geht es darum, dass alle Seiten profitieren, wie Carolin Goda deutlich macht. Die fachliche Leiterin für Arbeitgebermanagement hat beim „Wegebau“ vor allem drei Dinge im Sinn: Arbeitslosigkeit und damit Kosten vermeiden, Beschäftigungschancen für Arbeitnehmer verbessern und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Der finanzielle Aspekt während der Zeit der Qualifikation: Ein Arbeitsentgeltzuschuss wird an den Arbeitgeber bezahlt, in den Genuss der Weiterbildung kommt der Arbeitnehmer.Über diese Investition in die Köpfe freut sich auch die Segler-Gesellschafterin Birte Quint: Mitarbeiter stellten die eigentliche Wertschöpfung des Betriebes dar – nicht die Maschinen. Zurück zur Übersicht |
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