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Segler










Produzieren für den Weltmarkt
Segler in Berge: Hallen und Büros ausgebaut –
„Wir sind gut aufgestellt“


Von Jürgen Ackmann
Berge. Was ein diskontinuierlich arbeitender Konusschneckenmischer ist? Nun. Das kann wohl nur ein Ingenieur richtig erklären. Auf jeden Fall kommt dieser Mischer aus dem Hause Segler in Berge, ist ein technisches Meisterstück und leistet beispielsweise bei Firmen wie BASF, Degussa oder Dr. Oetker gute Arbeit. Die leisten auch die 77 Mitarbeiter am Fürstenauer Damm, und zwar mit Erfolg in einem schwierigen und vom Wandel geprägten Markt.



Segler – das ist zunächst einmal ein Traditionsunternehmen, das seinen Ursprung in Schlawe in Pommern hat. Dort gründete Friedrich Segler senior – ein Erfinder und Tüftler, wie er im Buche steht – die Firma. Zwei großen Umbrüchen – dem Zweiten Weltkrieg und einer Restrukturierung der Firma in den 90er Jahren – ist es geschuldet, dass das Unternehmen, das einst Landmaschinen produzierte und heute Förderanlagen, Schnecken und Mischer herstellt, schließlich seinen Hauptsitz in Berge einrichtete.

Segler – das ist aber auch maßgeschneiderte Technik. Massenproduktion sucht der Gast vergeblich in den Werkhallen und an den neuen 3D-CAD-Arbeitsplätzen der Konstrukteure. Das ist wohl auch nicht möglich, wenn beispielsweise eine Wasserschnecke für das „Tote Moor“ am Steinhuder Meer benötigt wird. Mangels Stromversorgung wird das Gerät dort mit einem 11-kW-Dieselmotor betrieben. Sechs Millionen Liter Moorwasser befördert die Wasserschnecke auf diese Weise pro Tag ins Steinhuder Meer – zuverlässige Technik „made in Berge“. Die findet sich übrigens auch in ganz Europa wieder, in Asien und in Amerika.

Um der Kundschaft gerecht zu werden, ist bei Segler ein immer währender Prozess der Innovation im Gange. Der fängt beim Anschaffen einer neuen Brennmaschine für das Plasma- und Autogenschneiden an und setzt sich in den Köpfen der Mitarbeiter fort. „Wir haben eine hoch motivierte Truppe“, betonen Geschäftsführer Heinrich Quint und Thomas Neteler, der als Prokurist für das operative Geschäft zuständig ist. Alle zusammen müssen dem steten Kostendruck standhalten, der heute auf allen Unternehmen im globalen Wettbewerb lastet. „Wir sind aber gut aufgestellt“, betonen die beiden übereinstimmend mit Birte Quint, Eigentümerin von Segler. Die Führungscrew ist deshalb auch optimistisch, dass der derzeitige „Mitarbeiterstamm gehalten und weiterentwickelt“ werden kann. Ein wichtiger Baustein sind dabei die Auszubildenden. Sie machen derzeit fast zehn Prozent der Belegschaft aus und sind die kreativen Köpfe und zufassenden Hände von morgen. Ebenfalls wichtig: der Ausbau der Hallen und Büroräume. In diesem Jahr habe Segler hier „im erheblichen Umfang“ investiert. Schritt für Schritt – auf einer „finanziell vernünftigen Basis“ – solle so das Unternehmen in eine gute Zukunft geführt werden, betont das Führungstrio.

Diese „Zukunft“ lässt sich übrigens auch mit einem altmodischen Datum verbinden. 2011 nämlich will die Firma Segler das 100-jährige Bestehen feiern und dabei richtig gut dastehen. „Dann gibt es in Berge eine ordentliche Party“, verspricht Heinrich Quint schon mal vorab.

Neu angeschafft: Geschäftsführer Heinrich Quint, Segler-Eigentümerin Birte Quint und Prokurist Thomas Neteler vor einer Abkantbiegepresse.

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